Hintergrund

Immer mehr Menschen erreichen in Deutschland ein hohes Alter. Zwar verweisen Studien darauf, dass das steigende Lebensalter mit einem Gewinn an mehr gesunden als an kranken Lebensjahren einhergeht. Jedoch werden auch zukünftig viele ältere Menschen trotz verbesserter Lebenslagen und medizinischen Fortschritts mit gesundheitlichen und funktionellen Einbußen leben müssen. Ältere Menschen leiden vor allem unter chronischen Erkrankungen sowie unter Multimorbidität, also dem Auftreten mehrerer Erkrankungen gleichzeitig. Einschränkungen in der selbstständigen Bewältigung des Lebensalltags, Verluste an sozialen Beziehungen, Pflegebedürftigkeit usw. können die Folge sein.
Dementsprechend besteht die Herausforderung, das individuelle Bestreben der Betroffenen nach Selbstbestimmung und weitgehend unabhängiger Alltagsgestaltung mit den gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Einschränkungen in Einklang zu bringen.
Statt Gesundung durch Krankheitsbehandlung rückt der Erhalt von Alltagskompetenzen und Selbstbestimmtheit angesichts multipler Gesundheitsbeeinträchtigungen stärker in den Vordergrund. Dieser Perspektivwandel erfordert die Etablierung ressourcen- und empowermentorientierter Denk- und Handlungsweisen in der Gesundheitsversorgung wie in der Alters- und Alternsforschung.

Der Forschungsstand zur gesundheitlichen Situation der älteren Bevölkerung Deutschlands ist derzeit noch unzureichend, um auf Basis evidenter Erkenntnisse nachhaltige Handlungskonzepte zur Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen mit Mehrfacherkrankungen entwickeln zu können. Mit dem neuen Förderschwerpunkt Alters- und Alternsforschung trägt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Bearbeitung der bestehenden Forschungslücken bei. Neben beispielsweise pflegespezifischen und versorgungsnahen Forschungsprojekten fördert das BMBF für die nächsten drei Jahre sechs Forschungsverbünde, die sich mit der Erhaltung von Gesundheit und Autonomie im Alter sowie mit dem Phänomen der Multimorbidität beschäftigen.

Die sechs Forschungszusammenschlüsse sind:

1. Autonomy despite multimorbidity in old age

2. Öffnet externen Link im aktuellen FensterComorbidity and multimorbidity in primary health care
(Hamburg-Eppendorf)

3. Öffnet externen Link im aktuellen FensterKORA-AGE Long-Term determinants and consequences of multi-morbidity
(München/Augsburg/Neuherberg)

4. Öffnet externen Link im aktuellen FensterLUCAS Longitudinal urban cohort ageing study
(Hamburg)

5. Öffnet externen Link im aktuellen Fenster Multimorbidity and frailty at old age: epidemiology, biology, medical care and costs
(Heidelberg)

6. Öffnet externen Link im aktuellen FensterPRISCUS Prerequisites for a new health care model for elderly people with multimorbidity 
(Bochum/ Hannover/Witten-Herdecke/Bielefeld)